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Zuchtrahmen mit einer Reihe verdeckelter Weiselzellen, an denen Arbeiterinnen pflegen
KöniginnenzuchtWeiselzellenBelegstelle

Königinnenzucht: Ablauf, Zeitplan und Aufwand erklärt

Königinnenzucht für Anfänger: Umlarven, Pflegevolk, Weiselzellen, Begattung und Zeitplan in Tagen, dazu Kosten, Aufwand und wann sich Zukaufen eher lohnt.

Marcel Miculaiciuc9 Min. Lesezeit

Kurze Antwort: Bei der Königinnenzucht lassen Sie ein Pflegevolk aus jungen Larven Ihrer besten Königin neue Königinnen ziehen. Die Larven werden umgelarvt, die reifen Weiselzellen kommen am 10. Tag nach dem Umlarven in Begattungseinheiten, die Königinnen schlüpfen um Tag 11 bis 12 und beginnen nach den Hochzeitsflügen meist 10 bis 14 Tage nach dem Schlupf mit der Eilage. Wer seine Königinnen selbst zieht, braucht starke Völker, Zubehör und vor allem Zeit an festen Tagen. Wer nur wenige Königinnen im Jahr braucht, fährt mit gekauften begatteten Königinnen oft einfacher.

Viele Imker kommen nach zwei, drei Jahren an den Punkt, an dem sie sich fragen: Soll ich meine Königinnen selbst züchten? Die Neugier ist berechtigt, denn die Königinnenzucht ist eines der spannendsten Felder der Imkerei. Sie ist aber auch eine Arbeit mit festen Terminen, bei der ein verpasster Tag eine ganze Serie kosten kann.

Dieser Beitrag erklärt den Ablauf so, dass Sie danach entscheiden können, ob sich der Einstieg für Sie lohnt oder ob Sie lieber begattete Königinnen zukaufen.

Nachschaffung oder gezielte Zucht?

Jedes Volk kann sich selbst eine neue Königin ziehen. Nehmen Sie die Königin heraus, legen die Bienen über jungen Arbeiterinnenlarven sogenannte Nachschaffungszellen an. Das ist die einfachste Form der Königinnenaufzucht und für einen Ableger durchaus brauchbar.

Die Nachteile: Sie bestimmen nicht, von welcher Mutter die Larven stammen. Die Bienen wählen manchmal Larven, die schon zu alt sind, und daraus entstehen kleinere, weniger leistungsfähige Königinnen. Und Sie bekommen nur wenige Zellen zu einem Zeitpunkt, den das Volk vorgibt.

Bei der gezielten Zucht wählen Sie dagegen eine Zuchtmutter mit den gewünschten Eigenschaften aus, etwa Sanftmut, Wabenstetigkeit, geringe Schwarmneigung und guten Honigertrag. Von ihr nehmen Sie den Zuchtstoff, also junge Larven, und lassen daraus in einem Durchgang zehn, zwanzig oder mehr Königinnen ziehen. Damit bekommen Sie gleich alte, planbare Königinnen von bekannter Herkunft. Zumindest mütterlicherseits, denn die Väter bestimmt erst die Begattung.

Der Ablauf Schritt für Schritt

Zuchtstoff und Umlarven

Klassisch wird umgelarvt: Mit einem Umlarvlöffel oder Umlarvstift heben Sie Larven, die höchstens einen Tag alt sind, aus den Arbeiterinnenzellen und legen sie in künstliche Weiselnäpfchen. Die Näpfchen sitzen auf Leisten in einem Zuchtrahmen. Je jünger die Larve, desto besser wird sie als Königin versorgt.

Umlarven verlangt gutes Licht, eine ruhige Hand und ein warmes, feuchtes Umfeld, damit die Larven nicht austrocknen. Wer mit den Augen oder den Fingern Probleme hat, greift zu Systemen ohne Umlarven. Dabei wird die Zuchtmutter für einen Tag in einen Käfig mit Kunststoffnäpfchen gesperrt und legt direkt hinein; die Näpfchen mit den Larven werden dann in den Zuchtrahmen gesteckt.

Das Pflegevolk

Der Zuchtrahmen kommt in ein Pflegevolk: ein starkes, gut versorgtes Volk mit vielen jungen Ammenbienen. Es gibt dafür verschiedene Verfahren. Verbreitet sind weisellose Pflegevölker, die die Larven sehr bereitwillig annehmen, und weiselrichtige Pflegevölker, bei denen die Königin durch ein Absperrgitter vom Zuchtraum getrennt ist. Entscheidend sind bei allen Varianten drei Dinge: viele Ammenbienen, reichlich Pollen und ein laufender Futterstrom, bei fehlender Tracht durch Füttern mit Sirup.

Am Tag nach dem Umlarven sehen Sie, wie viele Larven angenommen wurden: Die Näpfchen sind dann mit Futtersaft gefüllt und werden ausgebaut.

Weiselzellen und Schlupf

Etwa fünf Tage nach dem Umlarven verdeckeln die Bienen die Weiselzellen. Ab jetzt sollten Sie den Zuchtrahmen nicht mehr bewegen oder schütteln, denn die Puppe ist empfindlich. Spätestens am 10. Tag nach dem Umlarven, also kurz vor dem Schlupf, müssen die reifen Zellen verteilt werden. Die erste Königin, die schlüpft, sticht sonst alle anderen ab.

Manche Imker setzen die Zellen in Schlupfkäfige, damit sie die jungen Königinnen sehen und gezielt verteilen können. Andere geben die reifen Zellen direkt in die Begattungseinheiten.

Begattungseinheiten

Jede junge Königin braucht ein kleines eigenes Volk, aus dem sie zum Hochzeitsflug startet. Das sind die Begattungseinheiten: Apideas oder Kieler Begattungskästchen mit einer Handvoll Bienen und kleinen Waben, Mini-Plus-Beuten oder auch ein normaler Ableger. Kleine Kästchen sparen Bienen, verlangen aber Aufmerksamkeit beim Futter, bei Hitze und gegen Räuberei. Größere Einheiten sind robuster und lassen sich später leichter zu einem Volk entwickeln.

Wenige Tage nach dem Schlupf unternimmt die Königin ihre Orientierungs- und Hochzeitsflüge, paart sich mit mehreren Drohnen und kehrt zurück. Einige Tage später beginnt sie zu legen. Ein geschlossenes, regelmäßiges Brutbild ist das erste Zeichen, dass die Begattung gelungen ist.

Der Zeitplan in Tagen

Die Zucht folgt der Biologie der Biene und lässt sich kaum verschieben. Eine Königin braucht vom Ei bis zum Schlupf rund 16 Tage. Gezählt wird üblicherweise ab dem Umlarvtag:

TagWas passiertWas Sie tun
−4 bis −1Zuchtmutter legt die Eier für den Zuchtstoff (Tag −4), Larven schlüpfenPflegevolk einrichten, füttern, Zuchtwabe bereitstellen
0UmlarvenLarven unter 24 Stunden in Näpfchen setzen, Zuchtrahmen einhängen
1AnnahmeAngenommene Zellen zählen
5VerdeckelungNicht mehr stören
9Begattungseinheiten bildenKästchen mit Bienen füllen, falls noch nicht geschehen
10Reife ZellenZellen in Begattungseinheiten oder Schlupfkäfige verteilen
11–12SchlupfKontrolle, ob die Königinnen geschlüpft sind
ca. 17–22HochzeitsflügeRuhe lassen, bei Bedarf füttern
ca. 22–30EilageErste Eier und Brutbild prüfen
ab ca. 30Königin einsatzbereitZeichnen, verwenden oder zusetzen

Schlechtes Wetter kann die Hochzeitsflüge um Tage oder Wochen verzögern. Von Anfang Mai bis in den Juli sind meist mehrere Serien im Abstand von zwei bis drei Wochen möglich.

Wo die Königinnen begattet werden

Die Zucht bestimmt nur die Mutter. Mit wem sich die Königin paart, entscheidet der Ort der Begattung. Grundsätzlich gibt es vier Wege:

  • Standbegattung: Die Königin fliegt am eigenen Stand aus und paart sich mit den Drohnen der Umgebung. Das ist einfach und kostenlos, die Väter sind aber unbekannt. Für Wirtschaftsvölker genügt das vielen Imkern.
  • Belegstelle: Die Begattungseinheiten werden an einen Ort gebracht, an dem ausgewählte Drohnenvölker stehen und fremde Bienenstände möglichst fern sind. Die Einheiten müssen dafür drohnenfrei sein, und die meisten Belegstellen verlangen ein amtliches Gesundheitszeugnis. Je nach Lage ist die Paarungssicherheit unterschiedlich hoch.
  • Inselbelegstelle: Eine Sonderform auf Inseln, wo das Wasser die Isolation übernimmt. Sie gilt als besonders sicher, ist aber nur begrenzt zugänglich.
  • Künstliche Besamung: Ein Spezialist besamt die Königin unter dem Mikroskop mit dem Sperma ausgewählter Drohnen. Das gibt volle Kontrolle über die Väter, verlangt aber Ausrüstung, Übung und ist eher etwas für die Leistungszucht.

Wie sich Halbisolation und Reinbelegstelle in der Praxis unterscheiden und was das für Ihre Völker bedeutet, haben wir im Beitrag Belegstelle: Halbisolation oder Reinbelegstelle? ausführlich beschrieben.

Mit welchem Erfolg können Sie rechnen?

Nicht jede Larve wird angenommen, nicht jede Zelle schlüpft, und nicht jede Königin kehrt vom Hochzeitsflug zurück. An jeder Stufe gehen einige verloren. Erfahrene Züchter mit eingespielten Pflegevölkern erreichen hohe Annahmequoten. Bei den ersten Versuchen ist es dagegen normal, dass von einem Zuchtrahmen nur ein Teil der Larven am Ende als legende Königin dasteht.

Die häufigsten Ursachen für Ausfälle bei Einsteigern sind zu alte oder ausgetrocknete Larven, ein zu schwaches oder schlecht versorgtes Pflegevolk, verpasste Termine beim Verteilen der Zellen und Verluste beim Hochzeitsflug durch Wetter oder Vögel. Rechnen Sie also im ersten Jahr nicht mit vollen Begattungskästchen, sondern mit Lernkosten.

Kosten und Aufwand

Die Grundausstattung ist überschaubar, der eigentliche Aufwand liegt woanders.

PostenGrober Rahmen
Umlarvlöffel, Weiselnäpfchen, ZuchtrahmenEinmalig wenige Dutzend Euro
Begattungskästchen (z. B. Kieler, Apidea)Je nach Modell etwa 10 bis 30 Euro pro Stück, mehrjährig nutzbar
BelegstellengebührPro Einheit meist ein kleiner Betrag, dazu Fahrten
Bienen und Brut für Pflegevolk und KästchenSchwächt Wirtschaftsvölker, kostet Honig
FutterSirup oder Futterteig für Pflegevolk und Einheiten
ZeitFeste Termine über rund vier Wochen pro Serie

Der größte Kostenfaktor ist die Zeit. Umlarven am Tag 0, Zellen verteilen am Tag 10, Begattungseinheiten zur Belegstelle bringen und wieder abholen: Diese Termine verschieben sich nicht nach Ihrem Kalender. Hinzu kommen die Bienen, die Sie für Pflegevolk und Begattungseinheiten aus Ihren Wirtschaftsvölkern nehmen. Sie fehlen dort in der Haupttracht.

Selbst züchten oder begattete Königinnen kaufen?

Die eigene Königinnenzucht lohnt sich vor allem, wenn:

  • Sie zehn oder mehr Völker halten und jedes Jahr regelmäßig Königinnen brauchen;
  • Sie gute Ausgangsvölker haben und deren Eigenschaften erhalten wollen;
  • Sie Zeit an festen Tagen im Mai und Juni haben;
  • Sie Freude am Handwerk haben und Lernkosten in Kauf nehmen.

Zukaufen ist oft die bessere Wahl, wenn:

  • Sie nur wenige Völker haben und ein paar Königinnen im Jahr brauchen;
  • Sie schnell reagieren müssen, etwa bei einem weisellosen oder drohnenbrütigen Volk;
  • Sie Wert auf kontrollierte Begattung legen, aber keine Belegstelle in Reichweite haben;
  • Sie Ihre Bienen lieber für den Honig als für die Zucht einsetzen.

Viele Imker kombinieren beides: Sie ziehen mit Nachschaffung oder einfacher Zucht Königinnen für ihre Ableger und kaufen gezielt einige begattete Königinnen zu, um frische Herkünfte einzubringen. Wie Sie eine gekaufte Königin sicher ins Volk bringen, zeigt der Leitfaden zum Königin zusetzen.

Begattete Königinnen aus der Maramureș

Wenn Sie sich gegen die eigene Zucht oder für eine Ergänzung entscheiden: Bienen Königin verkauft seit 2016 natürlich begattete und gezeichnete Carnica- und Buckfast-Königinnen aus der Maramureș in Rumänien. Sie stammen von einer halbisolierten Belegstelle auf etwa 800 bis 900 m, ausgewählte Buckfast-Königinnen zusätzlich von einer isolierten Belegstelle auf etwa 1400 m. Preise und Versandzeiträume stehen auf der Seite mit unseren Königinnen. Was eine Königin allgemein kostet und welche Stufe sich für welchen Zweck lohnt, lesen Sie im Beitrag Was kostet eine Bienenkönigin?.

Häufig Gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Nachschaffung und gezielter Königinnenzucht?

Bei der Nachschaffung zieht ein weisellos gemachtes Volk selbst Königinnen aus Larven seiner Wahl. Bei der gezielten Zucht wählen Sie eine Zuchtmutter aus, larven deren junge Larven um und lassen in einem Durchgang viele gleich alte Königinnen bekannter Herkunft ziehen.

Wie lange dauert die Königinnenzucht vom Umlarven bis zur legenden Königin?

Gezählt ab dem Umlarven werden die Weiselzellen nach etwa 5 Tagen verdeckelt, am 10. Tag verteilt, und die Königinnen schlüpfen um Tag 11 bis 12. Nach den Hochzeitsflügen beginnt die Eilage meist 10 bis 14 Tage nach dem Schlupf, bei schlechtem Wetter später.

Wie alt dürfen die Larven beim Umlarven sein?

Möglichst jung, höchstens einen Tag alt. Je jünger die Larve, desto länger wird sie als Königin gefüttert und desto besser entwickelt sie sich.

Was ist der Unterschied zwischen Standbegattung, Belegstelle und künstlicher Besamung?

Bei der Standbegattung paart sich die Königin mit unbekannten Drohnen der Umgebung. An einer Belegstelle stehen ausgewählte Drohnenvölker, fremde Stände sind möglichst fern; die Paarungssicherheit hängt von der Lage ab. Inselbelegstellen nutzen Wasser als Barriere, die künstliche Besamung gibt volle Kontrolle über die Väter.

Was kostet die eigene Königinnenzucht?

Das Zubehör kostet wenig, Begattungskästchen sind mehrjährig nutzbar. Der größere Aufwand sind die Bienen, die Sie für Pflegevolk und Begattungseinheiten aus Wirtschaftsvölkern nehmen, und feste Termine über rund vier Wochen pro Serie.

Wann lohnt sich der Kauf einer begatteten Königin mehr als die eigene Zucht?

Wenn Sie nur wenige Völker halten, wenige Königinnen im Jahr brauchen, schnell auf ein weiselloses Volk reagieren müssen oder keine Belegstelle in Reichweite haben, ist eine gekaufte begattete Königin meist die einfachere Lösung.