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Gezeichnete Bienenkönigin mit weißem Punkt auf dem Brustteil, deutlich länger als die Arbeiterinnen, die sie mit den Fühlern berühren
BienenköniginBienenbiologieImkern Grundlagen

Bienenkönigin: Aufgaben, Lebensdauer, Größe & Entstehung

Die Bienenkönigin erklärt: Aufgaben, wie sie entsteht, Hochzeitsflug, Lebensdauer, Größe im Vergleich zu Arbeiterin und Drohn und wie Sie sie erkennen.

Marcel Miculaiciuc11 Min. Lesezeit

Kurze Antwort: Die Bienenkönigin ist das einzige voll entwickelte Weibchen im Bienenvolk und die Mutter fast aller seiner Bienen. Sie legt in der Hochsaison oft bis zu 1.500–2.000 Eier am Tag und hält das Volk mit ihren Pheromonen zusammen. Sie entsteht aus einem gewöhnlichen befruchteten Ei, das in einer Weiselzelle reichlich mit Gelée royale gefüttert wird, und schlüpft nach etwa 16 Tagen. Eine Königin ist mit 18–22 mm deutlich länger als eine Arbeiterin, lebt meist 2–3 Jahre, gelegentlich bis zu 5, und wird nur in den ersten Lebenswochen begattet.

Wer zum ersten Mal ein Bienenvolk öffnet, sucht fast immer zuerst die Königin. Das ist verständlich: Ohne sie hat das Volk keine Zukunft. Gleichzeitig ist sie das am meisten missverstandene Tier im Bienenstock. Sie „regiert“ nicht, sie gibt keine Befehle, und eine Krone hat sie auch nicht. Ihre Macht liegt in zwei Dingen: in der Eiablage und im Duft.

Dieser Beitrag erklärt, was eine Bienenkönigin tut, wie sie entsteht, wie der Hochzeitsflug abläuft, wie lange sie lebt, wie groß sie ist und woran Sie sie auf der Wabe erkennen. Die Angaben sind so gewählt, dass sie auch erfahrene Imkerinnen und Imker unterschreiben können. Wo die Literatur unterschiedliche Werte nennt, finden Sie eine Spanne statt einer scheinbar genauen Zahl.

Was ist eine Bienenkönigin?

Ein Volk der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera) besteht aus drei Bienenwesen: einer Königin, im Sommer zehntausenden Arbeiterinnen und einigen hundert bis wenigen tausend Drohnen. Königin und Arbeiterinnen sind Weibchen, die Drohnen sind die Männchen.

Genetisch unterscheidet sich eine Königin nicht von einer Arbeiterin. Beide entstehen aus einem befruchteten Ei. Was aus der Larve wird, entscheidet allein ihre Ernährung in den ersten Lebenstagen. Die Königin ist also kein eigener „Typ“ Biene, sondern eine Arbeiterinnenlarve, die anders gefüttert wurde. Imker nennen sie traditionell auch Weisel, daher Begriffe wie weisellos, weiselrichtig oder Weiselzelle.

Aufgaben der Bienenkönigin

Die Bienenkönigin hat im Grunde nur zwei Aufgaben, die aber über alles entscheiden.

1. Eier legen. Sie ist im Normalfall das einzige Tier im Volk, das befruchtete Eier legen kann. In der Hochsaison im späten Frühjahr werden häufig bis zu 1.500–2.000 Eier pro Tag genannt. Das ist ein verbreiteter Schätzwert, kein Messwert für jede Königin, und hängt stark von Tracht, Volksstärke und Wetter ab. Im Spätherbst geht die Legeleistung stark zurück, in vielen Völkern ruht sie im Winter ganz und beginnt im Spätwinter wieder.

Die Königin entscheidet dabei selbst, welche Art Ei sie legt. Bevor sie ein Ei absetzt, tastet sie die Zelle mit den Vorderbeinen ab. In eine enge Arbeiterinnenzelle oder ein Weiselnäpfchen legt sie ein befruchtetes Ei, in eine breitere Drohnenzelle ein unbefruchtetes. Aus befruchteten Eiern entstehen Arbeiterinnen oder, in einer Weiselzelle, neue Königinnen. Aus unbefruchteten Eiern entstehen Drohnen.

2. Das Volk zusammenhalten. Die Königin gibt ständig einen Duftstoffcocktail ab, vor allem die Königinnensubstanz aus ihren Mandibeldrüsen. Die Bienen ihres Hofstaats nehmen ihn auf und verteilen ihn durch Kontakt und Futteraustausch im ganzen Volk. Dieser Duft signalisiert „die Königin ist da“, bremst den Bau neuer Weiselzellen und hält die Eierstöcke der Arbeiterinnen ruhig. Fehlt er, merkt das Volk den Verlust innerhalb weniger Stunden: Die Bienen werden unruhig, das Volk „heult“ beim Öffnen der Beute, und nach ein bis zwei Tagen ziehen sie Nachschaffungszellen.

Alles andere, also Brutpflege, Wabenbau, Sammeln, Verteidigen und Klimatisieren, erledigen die Arbeiterinnen. Die Königin füttert sich nicht einmal selbst: Ihr Hofstaat versorgt sie laufend mit Futtersaft.

Wie entsteht eine Bienenkönigin?

Eine neue Königin entsteht in einer Weiselzelle, einer großen, nach unten hängenden Zelle, die an eine Erdnuss erinnert. Die Larve darin wird von den Ammenbienen während ihrer gesamten Larvenzeit mit reichlich Gelée royale (Weiselfuttersaft) versorgt. Arbeiterinnenlarven bekommen nur in den ersten Tagen ein ähnlich reiches Futter und danach eine einfachere Mischung mit Honig und Pollen. Diese unterschiedliche Fütterung schaltet bei der Königinnenlarve die Entwicklung der Eierstöcke und der Samenblase ein.

Die Entwicklung verläuft schneller als bei Arbeiterinnen und Drohnen:

Tag (ab Eiablage)Entwicklungsschritt der Königin
Tag 0Die Königin legt ein befruchtetes Ei in ein Weiselnäpfchen (oder die Bienen pflegen eine junge Arbeiterinnenlarve um)
Tag 3Die Larve schlüpft und liegt in Gelée royale
Tag 8–9Die Weiselzelle wird verdeckelt, die Larve spinnt sich ein und verpuppt sich
um Tag 16Die junge, unbegattete Königin schlüpft
5–7 Tage nach dem SchlupfErste Orientierungs- und Hochzeitsflüge
10–14 Tage nach dem SchlupfBeginn der Eiablage

Vom Ei bis zur legenden Königin vergehen also grob vier Wochen. Diese Zeitspanne erklärt viele Beobachtungen am Stand, etwa warum ein Volk nach einem Schwarm wochenlang ohne Stifte ist.

Bienen ziehen Königinnen aus drei Anlässen. Schwarmzellen entstehen, wenn das Volk sich teilen will. Sie sind meist zahlreich und hängen am unteren Wabenrand. Umweiselungszellen baut ein Volk, wenn die alte Königin nachlässt. Meist sind es nur ein bis drei Zellen mitten auf der Wabe. Nachschaffungszellen entstehen nach plötzlichem Königinverlust: Die Bienen bauen Zellen mit jungen Arbeiterinnenlarven zu Weiselzellen um. Wie Imker diesen Vorgang gezielt nutzen, beschreibt unser Beitrag zur Königinnenzucht.

Schlüpft die erste Jungkönigin, sucht sie häufig die übrigen Weiselzellen auf und tötet die Rivalinnen mit ihrem Stachel. Vor einem Nachschwarm hört man mitunter das „Tüten“ der geschlüpften und das „Quaken“ der noch eingeschlossenen Königinnen.

Hochzeitsflug: Wie wird die Bienenkönigin begattet?

Die Königin wird nie im Stock begattet, sondern im Flug. Etwa 5–7 Tage nach dem Schlupf unternimmt sie zunächst kurze Orientierungsflüge, dann einen oder mehrere Hochzeitsflüge zu Drohnensammelplätzen. Das sind Stellen in der Luft, an denen sich Drohnen aus vielen Völkern der Umgebung Jahr für Jahr sammeln.

Dort paart sie sich mit etwa 10–20 Drohnen, manchmal mit mehr. Die Drohnen sterben bei der Paarung. Die Königin speichert die Spermien in ihrer Samenblase (Spermatheka) und nutzt diesen Vorrat ihr ganzes Leben lang. Später wird sie nie wieder begattet. Ist der Vorrat erschöpft oder war die Begattung schlecht, legt sie zunehmend unbefruchtete Eier und wird drohnenbrütig.

Die Begattung mit vielen Drohnen hat einen Vorteil: Ein Volk besteht aus vielen Vaterlinien, also Gruppen von Halbschwestern. Diese Vielfalt macht es robuster. Für Imker hat sie einen Nachteil: Wer bestimmte Eigenschaften erhalten will, muss kontrollieren, welche Drohnen in der Luft sind. Darum gibt es Belegstellen. Den Unterschied zwischen Halbisolation und Reinbelegstelle erklärt der Beitrag Belegstelle: Halbisolation oder Reinbelegstelle?.

Schlechtes Wetter ist die größte Gefahr in dieser Phase. Eine Jungkönigin, die mehrere Wochen nicht ausfliegen kann, bleibt unbegattet oder wird schlecht begattet. Auf dem Hochzeitsflug gehen außerdem manche Königinnen verloren, etwa an Vögel.

Wie lange lebt eine Bienenkönigin?

Die Lebensdauer einer Bienenkönigin liegt in bewirtschafteten Völkern meist bei 2–3 Jahren. Einzelne Königinnen werden bis zu etwa 5 Jahre alt. Arbeiterinnen leben dagegen im Sommer nur rund fünf bis sechs Wochen, Winterbienen einige Monate.

Dass eine Königin lange lebt, heißt nicht, dass sie lange gut ist. Mit dem Alter lassen Legeleistung und Pheromonabgabe nach. Völker mit älteren Königinnen neigen stärker zum Schwärmen, und die Bienen beginnen irgendwann selbst mit der stillen Umweiselung. Viele Imker ersetzen ihre Königinnen deshalb alle 1–2 Jahre. Um das Alter jederzeit zu erkennen, wird die Königin in der Jahresfarbe gezeichnet. Welche Farbe für welches Jahr gilt, zeigt unsere Übersicht Bienenkönigin Farbe: Tabelle & Zeichnen.

Bienenkönigin Größe und Aussehen: Vergleich mit Arbeiterin und Drohn

Mit etwas Übung erkennen Sie die Königin an der Gestalt. Sie ist mit etwa 18–22 mm deutlich länger als eine Arbeiterin (rund 12–15 mm). Auffällig ist vor allem ihr langer, spitz zulaufender Hinterleib, der weit über die Flügelspitzen hinausragt. Die Flügel wirken dadurch im Verhältnis zum Körper kurz. Ihre Beine sind oft heller und länger, und sie hat keine Pollenkörbchen und keine Wachsdrüsen.

MerkmalKöniginArbeiterinDrohn
Anzahl im Volkeineim Sommer zehntausendeeinige hundert bis wenige tausend, nur im Sommerhalbjahr
Geschlecht und EiWeibchen, befruchtetes Ei in WeiselzelleWeibchen, befruchtetes Ei in ArbeiterinnenzelleMännchen, unbefruchtetes Ei
Vom Ei bis zum Schlupfetwa 16 Tageetwa 21 Tageetwa 24 Tage
Körperlängeetwa 18–22 mmetwa 12–15 mmetwa 15–17 mm
Körperformlang, spitzer Hinterleib reicht über die Flügelkurz, Flügel bedecken den Hinterleibmassig, große Augen, stumpfes Hinterleibsende
Stachelglatt, gebogen, kaum gegen Menschenmit Widerhakenkeiner
Lebensdauermeist 2–3 Jahre, bis etwa 5Sommer 5–6 Wochen, Winterbienen einige Monatewenige Wochen, im Spätsommer aus dem Stock gedrängt
AufgabeEier legen, PheromoneBrutpflege, Bau, Sammeln, VerteidigungBegattung von Königinnen

Sticht die Bienenkönigin?

Ja, die Königin hat einen Stachel, aber er ist glatt und leicht gebogen, ohne die Widerhaken der Arbeiterinnen. Sie kann ihn deshalb mehrfach einsetzen, ohne zu sterben. Ihre Gegner sind andere Königinnen: Mit dem Stachel tötet sie Rivalinnen in den Weiselzellen oder im Zweikampf. Gegen Menschen setzt eine Königin ihn sehr selten ein. Wer eine Königin zum Zeichnen mit den Fingern hält, wird so gut wie nie gestochen. Trotzdem sollten Sie sie nur an Brust oder Flügeln fassen und nie am Hinterleib drücken.

Bienenkönigin erkennen: So finden Sie sie auf der Wabe

Eine Königin unter 30.000 Bienen zu finden, ist Übungssache. Diese Hinweise helfen:

  • Ruhig arbeiten. Öffnen Sie die Beute mit wenig Rauch und ziehen Sie die Waben langsam. Eine aufgescheuchte Königin läuft schnell auf die Rückseite oder an den Rand.
  • Dort suchen, wo frische Stifte sind. Die Königin hält sich meist im Brutnest auf, auf Waben mit Eiern und offenen Zellen. Futterwaben am Rand können Sie zügig prüfen.
  • Auf den Hofstaat achten. Um die Königin bildet sich oft ein Kranz von Bienen, die ihr zugewandt sind, sie mit den Fühlern betasten, belecken und füttern, wie auf dem Bild oben. Bewegt sie sich, öffnet sich der Kranz vor ihr und schließt sich hinter ihr.
  • Auf die Bewegung achten. Arbeiterinnen wuseln, die Königin schreitet. Ihr Gang wirkt gemessen und zielgerichtet, und die Bienen weichen ihr aus.
  • Zuerst die Schattenseite prüfen. Schauen Sie direkt nach dem Ziehen auf die vom Licht abgewandte Seite der Wabe. Die Königin meidet Licht und wechselt gern die Seite.
  • Zeichnen. Am einfachsten ist es mit einer gezeichneten Königin. Der Farbpunkt auf dem Rückenschild fällt sofort auf und verrät zugleich ihr Alter nach dem internationalen Farbcode.

Finden Sie die Königin nicht, ist das kein Grund zur Sorge, solange Sie frische Stifte sehen: einzeln, mittig am Zellboden, aufrecht stehend. Sie zeigen, dass vor höchstens drei Tagen eine legende Königin im Volk war.

Wenn die Königin fehlt oder ersetzt wird

Drei Situationen sollten Sie als Imker kennen:

  • Schwarm. Die alte Königin zieht mit einem großen Teil der Bienen aus, eine Jungkönigin übernimmt. Das Volk ist danach einige Wochen ohne Stifte. Wie Sie Schwarmzellen richtig deuten und mit jungen Königinnen vorbeugen, lesen Sie in Schwarmzellen gefunden?.
  • Stille Umweiselung. Das Volk ersetzt eine nachlassende Königin selbst. Manchmal legen Mutter und Tochter kurze Zeit nebeneinander. Das ist eine der wenigen Situationen, in denen zwei Königinnen in einem Volk vorkommen.
  • Königinverlust. Stirbt die Königin plötzlich, ziehen die Bienen Nachschaffungszellen. Gelingt das nicht, wird das Volk weisellos und kann drohnenbrütig werden. Woran Sie ein weiselloses Volk erkennen und wie die Weiselprobe funktioniert, erklärt der Beitrag Weiselprobe: Volk weisellos?.

Königinnen aus den Bergen der Maramureș

Wir imkern in der Maramureș in Rumänien und ziehen dort natürlich begattete Königinnen: Carnica und Buckfast von einer Belegstelle in Halbisolation sowie ausgewählte Buckfast von einer isolierten Belegstelle. Alle Königinnen werden gezeichnet versendet. Wenn Sie eine Königin ersetzen oder einen Ableger beweiseln möchten, finden Sie Preise und Lieferzeiträume auf der Seite Königinnen.

Häufig Gestellte Fragen

Welche Aufgaben hat die Bienenkönigin?

Die Bienenkönigin legt die Eier des Volkes, in der Hochsaison oft bis zu 1.500–2.000 am Tag (ein verbreiteter Schätzwert). Mit ihren Pheromonen, vor allem der Königinnensubstanz, hält sie das Volk zusammen, bremst den Bau von Weiselzellen und hält die Eierstöcke der Arbeiterinnen ruhig. Alle anderen Arbeiten erledigen die Arbeiterinnen.

Wie entsteht eine Bienenkönigin?

Aus einem befruchteten Ei in einer Weiselzelle. Die Larve wird während ihrer ganzen Larvenzeit reichlich mit Gelée royale gefüttert. Die Weiselzelle wird um Tag 8–9 verdeckelt, die Königin schlüpft um Tag 16 nach der Eiablage.

Wie lange lebt eine Bienenkönigin?

In bewirtschafteten Völkern meist 2–3 Jahre, einzelne Königinnen bis zu etwa 5 Jahre. Weil Legeleistung und Pheromonabgabe mit dem Alter nachlassen, ersetzen viele Imker ihre Königinnen alle 1–2 Jahre.

Wie groß ist eine Bienenkönigin?

Eine Bienenkönigin ist etwa 18–22 mm lang, eine Arbeiterin etwa 12–15 mm, ein Drohn etwa 15–17 mm. Typisch für die Königin ist der lange, spitze Hinterleib, der weit über die Flügel hinausragt.

Wie erkenne ich die Bienenkönigin?

Suchen Sie ruhig im Brutnest auf Waben mit frischen Stiften. Achten Sie auf den Hofstaat, den Kranz von Bienen um die Königin, auf ihren gemessenen Gang und auf den langen Hinterleib. Am einfachsten finden Sie eine Königin, die in der Jahresfarbe gezeichnet ist.

Wie wird die Bienenkönigin begattet?

Etwa 5–7 Tage nach dem Schlupf fliegt sie zu Drohnensammelplätzen und paart sich dort in der Luft mit etwa 10–20 Drohnen, manchmal mit mehr. Die Spermien speichert sie lebenslang in der Samenblase. Danach wird sie nie wieder begattet und beginnt etwa 10–14 Tage nach dem Schlupf mit der Eiablage.

Kann eine Bienenkönigin stechen?

Sie hat einen glatten, leicht gebogenen Stachel ohne Widerhaken und setzt ihn vor allem gegen rivalisierende Königinnen ein. Menschen sticht sie sehr selten.