
Schwarmzellen gefunden? Schwarmverhinderung mit Jungkönigin
Schwarmzellen erkennen und richtig handeln: Schwarmkontrolle alle 7 Tage, Raum geben, Baurahmen, Ableger, Flugling und junge Königinnen zur Schwarmverhinderung.
Kurze Antwort: Völker mit einer jungen Königin im ersten Jahr schwärmen seltener, weil ihr Pheromonsignal das ganze Volk erreicht. Schwarmverhinderung heißt daher: junge Königinnen, rechtzeitig Raum geben, Mittelwände und Baurahmen zum Bauen, im Mai und Juni alle 7 Tage Schwarmkontrolle und starke Völker mit Ablegern schröpfen. Finden Sie bereits bestiftete oder mit Larven besetzte Schwarmzellen, hilft bloßes Ausbrechen selten. Sicherer ist ein Flugling: Die alte Königin kommt mit den Flugbienen auf den alten Standplatz, das Volk mit den Zellen wird versetzt.
Schwärmen ist die natürliche Vermehrung des Bienenvolkes. Für Sie als Imker bedeutet ein Schwarm im Mai aber meist: Das Volk verpasst die Frühtracht, die Hälfte der Bienen hängt im Nachbargarten, und bis zur Sommertracht ist der Rest kaum wieder auf Stärke. Die meisten Schwärme lassen sich aber verhindern, wenn Sie die Zeichen kennen und rechtzeitig handeln. Einer der wirksamsten Hebel ist dabei das Alter der Königin.
Warum Völker mit jungen Königinnen weniger schwärmen
Der Zusammenhalt des Volkes beruht auf der Königinnensubstanz. Die Pheromone werden von Biene zu Biene weitergegeben und hemmen unter anderem den Bau von Weiselzellen. Solange das Signal im ganzen Volk ankommt, haben die Bienen keinen Grund, eine neue Königin aufzuziehen.
Eine junge Königin gibt mehr Pheromon ab als eine ältere. Der Zusammenhang zwischen Königinnenalter und Schwarmneigung ist in der Praxis bekannt und wurde auch gemessen: Eine Studie in Apidologie (1994) fand, dass Völker mit 7 bis 10 Monate alten Königinnen weniger Schwarmzellen bauten und mehr Brut, Bienen und Honig hatten als Völker mit bis zu 20 Monate alten Königinnen. Die Studie lief in subtropischem Klima, das Ergebnis deckt sich aber mit der Erfahrung in Mitteleuropa.
Eine junge Königin ist trotzdem kein Freibrief. Ein Volk, das keinen Platz hat, kann auch mit Jungkönigin in Schwarmstimmung kommen. Sie starten aber mit einem klaren Vorteil.
Was die Schwarmstimmung auslöst
Selten ist es ein einzelner Grund. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen:
| Faktor | Was im Volk passiert |
|---|---|
| Enge | Viele Jungbienen, wenig offene Brut zu pflegen, kein Platz für Eilage |
| Honigverstopftes Brutnest | Die Königin findet keine freien Zellen mehr |
| Ältere Königin | Schwächeres Pheromonsignal |
| Schlechte Pheromonverteilung | In sehr volkreichen, gedrängten Beuten erreicht das Signal nicht mehr alle Bienen |
| Hitze, schlechte Lüftung | Überhitzte Beute, Bienen bilden einen Bart am Flugloch |
| Wetter | Regenperioden im Wechsel mit warmen Tagen, Trachtlücken |
| Genetik | Manche Herkünfte schwärmen deutlich leichter als andere |
In Mitteleuropa liegt die Schwarmzeit meist zwischen Ende April und Ende Juni, mit dem Höhepunkt um die Obst- und Rapsblüte bis zur Robinie. In höheren Lagen verschiebt sich alles um einige Wochen nach hinten.
Schwarmkontrolle: alle 7 bis 9 Tage
Eine Weiselzelle wird etwa acht bis neun Tage nach der Eiablage verdeckelt, und der Vorschwarm zieht in der Regel aus, sobald die ersten Schwarmzellen verdeckelt sind. Wer im Mai und Juni alle 7 Tage kontrolliert, findet die Zellen also, solange sie noch offen sind und bevor der Schwarm abgeht. Bei 9 Tagen wird es knapp, mehr Abstand ist in der Schwarmzeit zu viel.
So geht die Kontrolle schnell:
- Kippkontrolle: Kippen Sie bei zweizargigen Völkern den oberen Brutraum hinten an und schauen Sie von unten auf die Unterkanten der Waben. Dort sitzen die meisten Schwarmzellen.
- Spielnäpfchen von bestifteten Zellen unterscheiden: Leere Näpfchen gibt es in der Saison fast immer. Ernst wird es erst, wenn ein Ei oder eine Larve im Futtersaft liegt.
- Baurahmen beobachten: Baut das Volk den Drohnenrahmen zügig aus, ist es im Bautrieb. Stockt der Bau trotz Tracht, kann das ein frühes Zeichen für Schwarmstimmung sein.
Schwarm verhindern: die Maßnahmen im Überblick
1. Raum geben, bevor er fehlt
Der häufigste Fehler ist, den Honigraum erst aufzusetzen, wenn die Bienen schon alles belagern. Erweitern Sie, sobald das Volk die meisten Waben besetzt und die Tracht einsetzt, nicht erst, wenn Bienen am Flugloch hängen.
2. Mittelwände und Baurahmen geben
Junge Bienen, die bauen, haben zu tun, und der Bautrieb konkurriert mit dem Schwarmtrieb. Hängen Sie in der Tracht regelmäßig Mittelwände an den Rand des Brutnestes. Der Baurahmen (Drohnenrahmen) bindet ebenfalls Baubienen; das Ausschneiden der verdeckelten Drohnenbrut ist zugleich eine bekannte Maßnahme gegen die Varroa.
3. Brutnest freihalten
Ist das Brutnest bis an die Brut mit Futter oder Nektar zugetragen, entnehmen Sie ein bis zwei Futterwaben und geben dafür leere Waben oder Mittelwände. Die Futterwaben heben Sie für Ableger oder als Reserve auf; in den Honigraum gehören sie nicht, sonst landet Winterfutter im Honig. Die Königin braucht Platz zum Legen.
4. Schatten und Lüftung
Eine Beute in der vollen Junisonne heizt sich stark auf. Mittagsschatten und eine gute Lüftung, etwa mit offenem Gitterboden, entspannen die Lage am Flugloch.
5. Starke Völker mit Ablegern schröpfen
Nehmen Sie aus starken Völkern zwei bis drei Brutwaben mit ansitzenden Bienen und bilden Sie einen Ableger, dem Sie eine begattete Königin zusetzen. Das Wirtschaftsvolk wird entlastet, und Sie gewinnen ein Volk. Eine Variante ist der Zwischenableger: Sie entnehmen in der Schwarmzeit Brutwaben mit Bienen, stellen sie als Ableger auf und vereinigen ihn nach der Tracht wieder mit dem Volk oder führen ihn als eigenes Volk weiter. Achten Sie vor der Haupttracht darauf, dass das Wirtschaftsvolk stark genug bleibt.
6. Königinnen rechtzeitig erneuern
Eine Königin im dritten Jahr ist eine Einladung zum Schwärmen. Planen Sie den Wechsel nach Alter und Leistung, entweder im Frühjahr über Ableger oder nach der Haupttracht im Sommer. Den Sommertermin beschreibt der Beitrag Umweiseln im Juli, August oder September.
Schwarmzellen gefunden: was jetzt?
Nicht jede Weiselzelle ist eine Schwarmzelle. Die Unterscheidung entscheidet über das richtige Vorgehen:
| Zellart | Wo sie sitzt | Wie viele | Was sie bedeutet |
|---|---|---|---|
| Schwarmzelle | An den Unterkanten und Seiten der Waben | Meist viele | Das Volk bereitet den Schwarm vor |
| Umweiselungszelle (stille Umweiselung) | Auf der Wabenfläche | Wenige, 1 bis 3 | Das Volk ersetzt seine Königin selbst |
| Nachschaffungszelle | Auf der Wabenfläche, aus Arbeiterinnenzellen umgebaut | Mehrere | Das Volk ist plötzlich weisellos geworden |
Bestiftete Zellen mit Eiern oder jungen Larven
Das Volk ist mitten in der Vorbereitung. Nur Ausbrechen hilft selten: Die Bienen setzen innerhalb weniger Tage neue Zellen an, Sie müssen alle 7 Tage wieder ran und übersehen leicht eine Zelle. Sicherer ist ein Flugling. Er nimmt dem Volk den Schwarmtrieb ähnlich wie ein Kunstschwarm, ist aber schneller gemacht:
- Stellen Sie das alte Volk einige Meter zur Seite.
- Setzen Sie auf den alten Standplatz eine neue Beute mit der alten Königin, einer Wabe mit offener Brut ohne Weiselzellen und sonst Mittelwänden oder leeren Waben.
- Die Flugbienen kehren zum alten Platz zurück, zur Königin. Dieses Volk verhält sich wie ein Naturschwarm und baut kräftig.
- Im versetzten Volk, dem Brutling, bleiben Brut und Jungbienen. Lassen Sie dort eine einzige gute Zelle mit Larve stehen oder, sicherer, brechen Sie alle Zellen aus und setzen Sie eine begattete Königin zu, wie im Leitfaden Königin zusetzen beschrieben.
- Kontrollieren Sie den Brutling nach etwa sieben Tagen erneut und brechen Sie nachgezogene Nachschaffungszellen aus. Sonst kann er mit der ersten schlüpfenden Königin doch noch einen Nachschwarm abgeben.
Verdeckelte Schwarmzellen
Gut möglich, dass der Vorschwarm schon abgezogen ist. Suchen Sie die alte Königin und frische Eier. Fehlen beide und sitzen deutlich weniger Bienen auf den Waben als bei der letzten Kontrolle, hat das Volk geschwärmt. Lassen Sie dann eine gute Zelle stehen und brechen Sie alle übrigen aus, sonst folgen Nachschwärme, die das Volk weiter schwächen.
Ist die alte Königin noch da, etwa weil schlechtes Wetter den Auszug verzögert hat, bilden Sie sofort einen Flugling wie oben beschrieben.
Wollen Sie statt einer Zelle eine begattete Königin zusetzen, brechen Sie alle Zellen aus und prüfen Sie vorher, dass nicht schon eine unbegattete Königin geschlüpft ist. Sie ist klein, flink und ungezeichnet, und neben ihr wird jede zugesetzte Königin abgestochen.
Schwarmverhinderung übers Jahr planen
Die Maßnahmen müssen vor der Schwarmzeit stehen, nicht mittendrin. Praktisch heißt das: Im April Raum, Mittelwände und Baurahmen vorbereiten, ab Beginn der Obstblüte wöchentlich kontrollieren und die Ableger zu Beginn der Raps- oder Robinientracht bilden. Ableger aus dieser Zeit haben genug Zeit, sich bis zur Sommertracht oder zum Herbst zu entwickeln, und die Wirtschaftsvölker bleiben leistungsfähig.
Für das nächste Jahr lohnt der Blick zurück: Welche Völker kamen in Schwarmstimmung, welche nicht? Völker mit hoher Schwarmneigung sind keine gute Grundlage für die Nachzucht. Wer seine Jungköniginnen selbst ziehen möchte, findet den Ablauf im Beitrag zur Königinnenzucht.
Junge Königinnen für Ableger und Flugling
Mit einer begatteten Königin kommen Ableger und der Brutling aus dem Flugling am schnellsten wieder in Eilage, ohne Begattungsflug und ohne Wochen der Brutpause. Bienen Königin verkauft seit 2016 natürlich begattete, gezeichnete Carnica- und Buckfast-Königinnen aus der Maramureș in Rumänien. Königinnen von der halbisolierten Belegstelle gehen vom 15. bis 30. Mai in den Versand, ausgewählte Buckfast-Königinnen von der isolierten Belegstelle vom 5. bis 20. Juni, jeweils in der Reihenfolge der Vorbestellungen. Weiselzellen oder unbegattete Königinnen verkaufen wir nicht. Preise stehen auf der Seite mit unseren Königinnen, bestellen können Sie per WhatsApp oder Telefon.
Häufig Gestellte Fragen
Wie kann man einen Schwarm verhindern?
Geben Sie rechtzeitig Raum, hängen Sie Mittelwände und einen Baurahmen ein, halten Sie das Brutnest frei, sorgen Sie für Schatten und Lüftung und schröpfen Sie starke Völker mit Ablegern. Im Mai und Juni gehört eine Schwarmkontrolle alle 7 Tage dazu. Am besten wirkt das alles in Völkern mit junger Königin.
Was tun, wenn man Schwarmzellen findet?
Bestiftete Schwarmzellen nur auszubrechen hilft selten, weil die Bienen in wenigen Tagen neue anlegen. Sicherer ist ein Flugling: die alte Königin mit einer Brutwabe und Mittelwänden auf den alten Standplatz, das alte Volk einige Meter daneben. Im versetzten Volk lassen Sie eine gute Zelle stehen oder setzen eine begattete Königin zu und kontrollieren nach etwa sieben Tagen auf nachgezogene Zellen.
Wie oft sollte man eine Schwarmkontrolle machen?
Im Mai und Juni alle 7 Tage. Eine Weiselzelle wird etwa acht bis neun Tage nach der Eiablage verdeckelt, und der Vorschwarm zieht meist aus, sobald die ersten Schwarmzellen verdeckelt sind. Bei längeren Abständen kommen Sie oft zu spät.
Schwärmen Völker mit junger Königin weniger?
Ja, in der Regel. Eine junge Königin gibt mehr Pheromon ab, und das Signal erreicht das ganze Volk. Eine Studie in Apidologie (1994) fand in Völkern mit 7 bis 10 Monate alten Königinnen weniger Schwarmzellen als in Völkern mit bis zu 20 Monate alten Königinnen.
Wie unterscheide ich Schwarmzellen von Umweiselungszellen?
Schwarmzellen sitzen meist zahlreich an den Unterkanten und Seiten der Waben. Umweiselungszellen der stillen Umweiselung sind wenige, ein bis drei, und sitzen auf der Wabenfläche. Nachschaffungszellen werden auf der Wabenfläche aus Arbeiterinnenzellen umgebaut, wenn das Volk weisellos geworden ist.
Woran erkenne ich Schwarmstimmung?
Typische Zeichen sind bestiftete Weiselnäpfchen mit Ei oder Larve, ein stockender Wabenbau trotz Tracht, ein Bienenbart am Flugloch und weniger Flugbetrieb. Ausgelöst wird die Schwarmstimmung meist durch Enge, ein verstopftes Brutnest, eine ältere Königin, Hitze und Trachtlücken.
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